Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 32/2025.
DIE ZEIT: Herr Faraone, Sie erforschen seit mehr als 30 Jahren ADHS, mindestens ebenso lange wird über die Störung gestritten. Was war in dieser Zeit der größte Fehler der Wissenschaft?
Stephen Faraone: Zu behaupten, dass ADHS im Erwachsenenalter verschwindet. Das stimmt nicht. ADHS verschwindet nicht einfach. Die Symptome lassen bei etwa einem Drittel der Kinder nach. Aber zwei Drittel haben auch als Erwachsene noch Probleme, die sie in ihrem Alltag belasten. Ich habe selbst einen Sohn, der als Jugendlicher die Diagnose bekam. Und er hat immer noch ADHS.