Es war wohl kein Zufall, dass Papst Leo XIV. sein Lehrschreiben zur künstlichen Intelligenz Pfingsten vorstellte. Jenem Festtag also, an dem Christen die Ausgießung des Heiligen Geistes und damit den Geburtstag der Kirche feiern. Denn heute konkurriert die Kirche mit einer Sekte von Tech-Evangelisten, die eine andere Art von Geist bejubelt: den der künstlichen Intelligenz.

Der Papst, studierter Mathematiker, weiß natürlich, dass ChatGPT, Claude und Grok längst im Alltag verankert sind und Unternehmen bereits Produktivitätsgewinne durch KI-Anwendungen verzeichnen. Deshalb gibt Leo sich in seiner Enzyklika Magnifica humanitas auch als fairer Mitbewerber auf dem Markt der Metaphysik. Er verteufelt KI keineswegs, sondern warnt vor deren Machtkonzentration in den Händen weniger, kritisiert ihren verheerenden Energiehunger und warnt vor ihrem Einsatz in Kriegen.