Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 13/2025.

Es hatte etwas Beruhigendes, wie das stete Brummen eines Motors auf langen Autofahrten. Am Steuer saß Amerika, stark und bewundernswert, die lässigere, erwachsenere Version unserer selbst. Der große Bruder mit den breiten Schultern, der auch mal polternd auftrat, aber am Ende doch Gutes im Sinn hatte, jedenfalls für uns im globalen Westen. Uns konnte nichts passieren. Bis jetzt. Aus dem Beschützer ist, scheinbar über Nacht, ein Bully geworden. 

Generationen von Westdeutschen wie ich (und gewiss auch Ostdeutsche) haben den USA gegenüber seit 1945 das gespürt, was die zweite Trump-Regierung, die so viel verheerender begonnen hat als die erste, in Rekordzeit zertrümmert: ein familiäres Urvertrauen. Amerika – also die Vereinigten Staaten –, das war für uns nicht etwa lediglich ein Partner, den wir irgendwie gefunden hätten, sondern ein Teil von uns. Ein Kern unserer Identität. Weshalb es so sehr schmerzt, dass sich die US-Führung nun so jäh von uns abwendet.