Gerüchte sind in der Politik selten zuverlässige Vorhersagen über das, was unmittelbar bevorsteht. Eher Symptome für einen aktuellen Zustand. Das Gerücht: Nach Spekulationen über Minderheitsregierung und Vertrauensfrage wird in der CDU nun über einen Kanzlerwechsel nachgedacht. Friedrich Merz raus, Hendrik Wüst rein.

So unwahrscheinlich dieses Szenario sein mag, der Zustand, der sich dahinter verbirgt, ist ziemlich dramatisch: Immer mehr Menschen in der CDU glauben, dass es mit dem amtierenden Kanzler nichts mehr wird. »Es« meint: Das Regieren, diese Regierung. Diejenigen, die das denken, sagen es nicht laut, aber der Befund begegnet einem immer öfter im vertraulichen Gespräch.