Die Ausgangslage: Ich halte einen Stab waagerecht mit gestreckten Armen über dem Kopf, wie ein Gewichtheber, Schultern hinten, Rücken gerade. Die Aufgabe: Langsam und so tief wie möglich in die Kniebeuge gehen. Zugegeben: nicht ganz leicht, besonders heute, wo ich um sechs Uhr aufgestanden und mit dem Zug von Berlin nach München gefahren bin. Meine Muskeln fühlen sich steif an und geben den Weg nicht ohne Weiteres frei. Mir gegenüber steht der Physiotherapeut Oliver Schmidtlein, in der Hand ein iPad, und verzieht keine Miene.

Vor zwölf Jahren habe ich ihn schon einmal besucht, um eine Antwort auf die Frage zu finden: Was sollte noch gehen? Damals schrieb ich über einen – Gott sei Dank schon länger zurückliegenden – Bandscheibenvorfall und wie ich ohne OP wieder in ein schmerzfreies und aktives Leben zurückfand. Das ist mir auch mit Schmidtleins Hilfe gelungen.